Die Werkraumschule

Die Werkraumschule Bregenzerwald versteht sich als Modellschule mit regionaler Verankerung und internationaler Strahlkraft. Sie bietet Jugendlichen eine praxisorientierte, schulische und kaufmännische Ausbildung, die ganz bewusst auf eine handwerkliche Lehre vorbereitet. Ziel ist es, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern und ihnen eine anerkannte, zeitgemäße Ausbildung zu ermöglichen – als Teil einer vorausschauenden Nachwuchsförderung im regionalen Handwerk. Sie wurde in Kooperation mit den BWS (Bezauer Wirtschaftsschulen) im Jahr 2016/17 gestartet. Das pädagogische Konzept verbindet Allgemeinbildung, wirtschaftliches Verständnis und praktische Erfahrung. Dabei steht das Lernen am Projekt im Zentrum: Die Schüler:innen entwickeln, planen und realisieren gemeinsam Vorhaben – in Zusammenarbeit mit Betrieben, Gestalter:innen und Handwerker:innen der Region. 


Qualitätsvolle Handwerksarbeit, zeitgemäße Lerninhalte, individuelle Projektideen und die Fokussierung auf die eigenen Stärken zeichnen das Pioniermodell aus. Den Jugendlichen werden durch den behutsamen Übergang zwischen mittlerer Schule und Lehrausbildung Räume für Entfaltung geboten. Durch die Arbeit der Schüler:innen in den Bregenzerwälder Betrieben lebt und pulsiert das Handwerk in der Region.

Die Werkraumschule umfasst drei Ausbildungsjahre und danach kann eine verkürzte Lehre (je nach Vereinbarung mit dem späteren Lehrbetrieb) angehängt werden. Eine ausführliche Berufsorientierungsphase und die individuelle Betreuung durch Werkraumcoaches in allen drei Jahren helfen bei der Berufswahl. Gelernt wird in den Bezauer Wirtschaftsschulen und direkt in den Handwerksbetrieben. Die enge Verflechtung mit den Mitgliedsbetrieben des Werkraumvereins stellt ein zentrales Merkmal der Werkraumschule dar. In enger Zusammenarbeit werden Fachwissen, Gestaltungskompetenz und Erfahrungswissen praxisnah vermittelt. Eine optional angebotene Unternehmer:innenprüfung öffnet die Türe zur eventuellen späteren Selbstständigkeit. Die Jugendlichen schließen die Werkraumschule außerdem mit dem Handelsschulabschluss und einer Lehre als Bürokauffrau/mann ab.

 

1. Jahr

Im ersten Jahr erfolgt eine spannende Einführung in die Welt der Werkstoffe. Durch praxisnahe Werkunterrichtseinheiten und Betriebsbesuche werden die handwerklichen Fertigkeiten trainiert und in den Betrieben direkt angewendet. Ein kaufmännisches Praktikum und zwei Schnupperwochen im Sommer bieten erste Einblicke ins Arbeitsleben. Zudem stehen von Anfang an Werkraumcoaches zur Seite, um den Ausbildungsweg der Schüler:innen optimal zu gestalten.

2. Jahr

Im zweiten Jahr liegt der Fokus auf den Handwerkstagen. Hier besteht die Möglichkeit, ein oder zwei Unternehmen auszuwählen, um deren Betriebsabläufe, Arbeitsweisen und Aufgaben im Detail kennenzulernen. Im Sommer wird das Wissen in einem 4-wöchigen Praktikum vertieft, wodurch ein hautnaher Einblick in den Berufsalltag gewonnen wird.

3. Jahr

Das dritte Jahr bringt den Abschluss der Handelsschule mit sich und umfasst ein spannendes praktisches Projekt. In Teamarbeit erfolgt die Planung, Umsetzung und Präsentation des Projekts. Die gesammelten praktischen Erfahrungen unterstützen dabei, eine fundierte Entscheidung für die berufliche Zukunft zu treffen.

Nach dem 3. Jahr

Nach dem dritten Jahr beginnt die Lehrzeit. Mit dem Abschluss der Handelsschule besteht die Möglichkeit, in vielen Betrieben eine verkürzte Lehre zu absolvieren. Der Besuch einer fachspezifischen Berufsschule sorgt für optimale Voraussetzungen für den späteren Erfolg.

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FAQ – Die Werkraum Schule

Was ist das Besondere an der Werkraumschule?

Die Werkraumschule Bregenzerwald lässt dir die Zeit, deine Interessen und Talente zu entdecken. In Ruhe kannst du verschiedene Berufe und das Potenzial des Handwerks kennenlernen. So kannst du herausfinden, welcher Weg für dich gut ist. Dein Herz hört zu. Erst wenn es höherschlägt, liegst du richtig.

Mit der Werkraumschule arbeitest du direkt mit den Betrieben und Ausbildungspartnern zusammen. Gleichzeitig eignest du dir in der Handelsschule dein Allgemein- und kaufmännisches Wissen an. Innerhalb von drei Jahren kannst du ausprobieren, in welche Richtung deine Ausbildung geht und welcher Handwerksberuf dir am besten gefällt. So behältst Du die Augen offen und kannst die Bandbreite deiner Möglichkeiten erkennen. Anhand von Projektarbeiten und Praktika in den Betrieben lernst du verschiedene Materialien, Werkstoffe und Arbeitsprozesse kennen. Jeder Handwerksberuf ist einzigartig. Ob du direkt an einem Produkt arbeitest, im Austausch mit Menschen stehst oder in der freien Natur arbeitest – die Mitgliedsbetriebe des Werkraum Bregenzerwald und das eigens eingesetzte Coachingteam der Werkraumschule stehen dir während der gesamten Ausbildungszeit zur Seite.

 

Welche Handwerksberufe lerne ich kennen?

Die Palette an Möglichkeiten ist so vielfältig wie der Bregenzerwald selbst. Probiere einfach aus, was dir liegt. Du hast die Freiheit zu wählen.

Hier findest du übrigens alle Werkraum Mitgliedsbetriebe.

 

Wo kann ich mich noch genauer über die Werkraumschule informieren?

Wende dich gerne an Katja Felder oder Ines Lopez. Als Coaches der Werkraumschule beantworten sie dir unter den E-Mail-Adressen katja.felder@werkraum.at bzw. ines.lopez@werkraum.at gerne deine Fragen. 

Aktuelles aus der Werkraumschule

Das aktive Werken und der Dialog untereinander stehen in der Werkraumschule im Zentrum. Es werden neues Wissen und Erfahrungen gesammelt. Hände und Materialien kommunizieren. Objekte entstehen. Folgend findest du das aktuelle Abschlussprojekt der dritten Klasse:

Praxisprojekt „Radlfix“ – Sieben Rad-Servicestationen für den Bregenzerwald

Wie begeistert man Jugendliche für regionales Handwerk? 

In einem geförderten LEADER Projekt von witus eGen, regionalen Betrieben und der Werkraumschule bekamen Schüler:innen die Chance, in Begleitung der Architekturbüros Jürgen Haller Architektur (Laurent Becherer), Architekten Innauer + Matt (Tobias Franz) und Architektur Ralph Broger (Ralph Broger ) an einer Ausschreibung für die Konzeption von Radservicestationen teilzunehmen. Die von einer Jury ausgewählten Stationen wurden schließlich von den Jugendlichen in Kooperation mit Handwerksbetrieben und einem Werkraumcoach umgesetzt.

Neben der ästhetischen und funktionalen Gestaltung der Servicestationen lag ein weiterer Fokus auf Nachhaltigkeit. Die Stationen sind witterungsbeständig und fügen sich harmonisch in das Ortsbild ein. Jede Station ist zudem mit den notwendigen Werkzeugen und Pumpen ausgestattet, um Radfahrer:innen eine einfache und schnelle Reparatur zu ermöglichen – ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Mobilität in der Region.

 

Das Ergebnis des Projekts sind kreativ umgesetzte Radservicestationen an sieben Standorten:

1    „Cycle Fix“ Bezau Zentrum umgesetzt mit Tischlerei Rüscher
2    „Fixbeton“ Bezau Radweg gegenüber Cafe Natter umgesetzt mit O&S Bau
3    „Bike Fix“ Bizau Volksschule umgesetzt mit Mayr-Melnhof Holz Reuthe
4    „Fahrrep“ Reuthe Gemeindeamt umgesetzt mit Kaufmann Zimmerei und Tischlerei
5    „Radz Fatz“ Reuthe Feuerwehrhaus umgesetzt mit Haller Bau
6    „Radretter“ Mellau Parzelle Bengath umgesetzt mit Metallplan Berchtold
7    „Radflick“ Schnepfau Gemeindeamt umgesetzt mit Moosbrugger Bau

Die Radservicestationen können auch in einer Radlfix Rundtour mit dem Fahrrad erkundet werden unter.

Danke an witus eGen und allen Partner:innen & Sponsoren

Radlfix wurde durch die Unterstützung zahlreicher regionaler Unternehmen und Organisationen ermöglicht.

witus eGen

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would 2050

Wie werden die Wälder im Bregenzerwald im Jahr 2050 aussehen? Und wie können wir uns schon heute auf den Klimawandel vorbereiten? Ergeben sich daraus vielleicht ganz neue Möglichkeiten?

Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzten sich die Schüler:innen des 3. Jahrgangs der Werkraumschule in ihrer Abschlussarbeit „would 2050“ auseinander. Entstanden sind die unterschiedlichsten Objekte, die in neun Vorderwälder Gemeinden um jeweils einen noch zu pflanzenden oder bereits existierender Baum gebaut bzw. installiert wurden. Von der Hochbeetbank über den Waldkinderspielplatz, die Hängeliege im Dorfpark bis hin zu einem Holzkreuz, das auf einer Weltkugel liegt – jedes der neun Objekte symbolisiert auf ganz eigene Art und Weise den Klimawandel und wurde entsprechend der individuellen Anforderungen in den Gemeinden entwickelt. Betreut wurden die Schüler:innen dabei von Werkraumcoach Klaus Metzler.

Auszug Abschlussprojekte

Wenn die Pizza aus dem eigenen Ofen kommt! Was es dafür braucht?
Im Fall der Werkraum Schule:

+ Begeisterte Schüler:innen der 1. Klasse Werkraumschule

+ Architekt Tobias Fritz & Lehmbauer Dominik Abbrederis mit ihrer Lehmbau Expertise

+ Fachlehrer Benjamin, Werkraum Coach Petra & Werkraum Praktikant Elias

+ Einen x-beliebigen Erdaushub (Stichwort: re-using)

+ Das Areal von Oberhauser & Schedler als Arbeitsstätte mit ihrer Infrastruktur

+ Beste Stärkung vom Semmelauto

+ Ein Ofenrohr von Ofenbau Voppichler

Nach zwei Tagen mit viel Freude an der Arbeit und am „Drecken“ waren die Lehmziegel dann bereit um zu trocknen. In der letzten Schulwoche im Juli ging es dann mit dem Mauern des Ofens weiter. Jetzt steht der Ofen vor dem Werkraum Haus und wir konnten bereits Pizzen aus dem eigens erbauten Werkraumschul-Ofen genießen.

Der Pizza Ofen ist ein Double Check Projekt.

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Die Werkraum Schule Bregenzerwald wird unterstützt durch das Land Vorarlberg, die Wirtschaftskammer Vorarlberg und die Regio Bregenzerwald sowie durch die Partnerbetriebe.

Die Anmeldung für die Werkraumschule erfolgt über die Bezauer Wirtschaftsschulen.

Aktuelle Informationen zu Projekten und Veranstaltungen werden laufend auf unserem Instagram Account geteilt.

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